„JA“ zu Deutschen, „NEIN“ zu Türken!

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Wir haben ein grundlegendes Misstrauen gegenüber unseren Mitbürgern innerhalb der türkischen Gesellschaft. Diese Regel gilt nicht nur für den Sport, sondern auch in unserem täglichen Leben.
OK, ich kann nicht leugnen, dass die Deutsche Disziplin und Integrität seinesgleichen sucht.
In Deutschland haben türkische Sportvereine ein sehr großes Handicap.
Die Namen dieser Handicaps sind Gleichgültigkeit und Finanzielle Not.
Fußball in einem Deutschen Club zu spielen hat seinen Preis. Ohne diesen Preis zu zahlen ist es unmöglich, beim Fußballclub X oder Y zu spielen. Diese Regel gilt für Fußballspieler aus jeder Altersklasse.
Als Beispiel; Der Mitgliedsbeitrag für ein Achtjähriges Kind beträgt mindestens 30 Euro im Jahr.
Bevor man diesen Beitrag nicht gezahlt hat, ist sogar das berühren des Fußballs unmöglich!
Bis zu einem Alter von 14 Jahren liegt dieser Beitrag bei ca. 48 €, Zwischen 14 und 18 Jahren bei etwa 54 Euro und für die Altersgruppe ab 18 liegt der verpflichtende Obolus im Schnitt bei 78 Euro.
Diese Regel gilt für jeden Fußballspieler, egal ob er Türke oder Deutscher ist!
Eine Frage wie „Mein Kind spielt Ausgezeichnet Fußball, kann ich von der Zahlung des Mitgliedsbeitrags befreit werden?“ wird kein Gehör finden.
Sie werden schön brav den Beitrag entrichten. Andernfalls können Sie höchstens vom Spielfeldrand zuschauen, aber niemals den Ball berühren.
Ein anderes Thema ist auch, dass Jugendspieler aus Türkischen Familien von Ihren Familien sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen begleitet werden. Da ist es dann eine Selbstverständlichkeit, die Mannschaft abwechselnd mit anderen Eltern zu den Auswärtsspielen zu fahren. Zusätzlich übernehmen Sie noch am Spielfeld oder um den Spiel-/Trainingsbetrieb freiwillig Aufgaben. Damit wird zu allem „JA“ gesagt, was in einem Deutschen Verein an Verantwortlichkeiten übertragen wird.

Türkische Clubs werden dagegen als Stiefkind behandelt

Wie behandeln wir Sportinteressierte die Türkischen Clubs?
Genau das Gegenteil wird gemacht.
Unsere Kinder spielen Grundsätzlich Beitragsfrei in den Jugendmannschaften. Eigentlich wollen wir gar nicht, dass unsere Kinder in einem Türkischen Verein spielen. Die Vereinsverantwortlichen müssen uns beknien und bitten, und nach viel Affektiertheit, erklären wir uns bereit unser Kind wohlwollend einem Türkischen Verein anzuvertrauen.
Aufteilung der Aufgaben beim Training oder rund um den Spielbetrieb?
Was ist das? „Sollen wir unsere Kinder dahinschicken und auch noch hinterher rennen?“ ist die Meistgehörte Reaktion. Türkische Fußballvereine und Mannschaftsverantwortliche karren die Kinder in Aller Herrgottsfrühe zu den Auswärts spielen und organisieren den Rücktransport, während die Eltern zu Hause friedlich am schlafen sind.
Türkische Vereine haben es ungleich schwerer gegenüber den Deutschen Vereinen. Auch ganz kleine Deutsche Clubs haben 500-600 Mitglieder, Türkische Clubs dagegen haben 70, 80 oder maximal 100 Mitglieder.
Wie soll man denn da Konkurrenzfähig sein?
Türkische Fußballfans sagen zu Deutschen Vereinen, „JA“ , doch zu den türkischen Fußballmannschaften, „NEIN“.
Und das obwohl das was die Kinder spielen bei Deutschen Mannschaften genauso „Fußball“ heißt, wie bei Türkischen Clubs.
Warum zahlen wir einerseits Mitgliedsbeiträge und bringen uns ein, während wir uns auf der anderen Seite sowohl vor Beiträgen als auch vor Verantwortungen drücken?
Wenn es drauf ankommt, erzählen wir viel und wissen eh alles besser!
Ich wende mich hiermit an alle Türkischen Familien. Es würde schon reichen wenn sie nur die Hälfte der Aufmerksamkeit für Türkische Clubs aufbringen würden, im Vergleich zu dem was sie für die Deutschen Clubs bereit sind zu opfern. Sorgen Sie dafür, dass auch Türkische Clubs Ihre Mitgliedsbeiträge bekommen, damit auch diese sich weiterentwickeln können, um auf gleicher Konkurrenzfähiger Augenhöhe in den Wettbewerb zu gehen. Wir haben nur die Möglichkeit uns selber zu unterstützen, und wir sind die einzigen die dafür Verständnis aufbringen können. Daher bitte ich darum, Ihre moralische und finanzielle Unterstützung auch den Türkischen Clubs zuteil werden zu lassen.
Bis nächste Woche wünsche ich Ihnen eine friedliche Zeit.

(Deutsche Übersetzung des Artikels von İslam Kara – Türkhaber Sportteil 28.07.2013)

Hier fnden Sie das Original auf Türkisch: http://www.turkhaber.eu/yazar_detay.php?id=1119